Wahlkreisfahrt auf Einladung des Bundestages nach Berlin

Äthiopische Flüchtlinge im politischen Berlin
Vier äthiopische Flüchtlinge aus Rüsselsheim machten sich gemeinsam mit ihren drei ehrenamtlichen Helfern auf nach Berlin, um einmal hautnah auf Tuchfühlung mit der Politik zu sein, die ja unser aller Leben betrifft. Die Einladung erfolgte von der Partei „Die Linken“ über das Wahlkreisbüro von Herrn Jörg Cezanne. Auf der sehr angenehmen Zugreise konnten sich die insgesamt 40 Teilnehmer schon etwas kennen lernen. Direkt am Hauptbahnhof stand bereits ein Bus des Bundespresseamtes bereit, der die Teilnehmer zur ersten Führung an die Gedenkstätte „Deutscher Widerstand“ brachte. Besonders die Geschichte von Georg Elser, einem Schreiner, der bereits 1939 im Münchener Bürgerbräukeller im Alleingang ein Bomben- Attentat auf Adolf Hitler und die Führungsspitze ausführte und dabei nur knapp scheiterte, beeindruckte die Gruppe sehr und die Geflüchteten stellten viele Fragen. Was wäre Deutschland und der Welt erspart geblieben, wenn Hitler den Saal nicht frühzeitig verlassen hätte! Auch die nächsten Tage waren angefüllt mit einem straffen Programm: Besuch im Finanzministerium, Besichtigung mit Vortrag im Plenarsaal des Bundestages, Vortrag und Diskussion im Karl- Liebknecht- Haus und in der Rosa- Luxemburg Stiftung und das Gespräch mit Herrn Cezanne. Einen tiefen, schmerzhaften Eindruck hinterließ auch der Besuch des Dokumentationszentrums für die Vertreibung und Ermordung der Juden. Der am Eingang vor den Dokumentationsräumen stehenden Satz von Primo Levi „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen. Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben“ sollte Anlass zur Wachsamkeit sein. Die Stadtführungen mit dem Bus durch das politische Berlin, kommentiert von einem Reiseführer mit der sprichwörtlichen „Berliner Schnauze“ und die Diskussionen und Gespräche haben ganz sicher von vielen den Blickwinkel erweitert und vielleicht auch manchen Standpunkt korrigiert oder bestätigt. Ganz besonders danken die Flüchtlinge Gezahegn Ababu, Shibiru Wakuma, Demeke Wosene und Bereket Sahilu für die Möglichkeit, dass sie an der Fahrt teilnehmen durften. Dadurch konnten sie einen ganz neuen Aspekt auf die Politik in Berlin gewinnen und auch mal hinter die Kulissen blicken.

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