Mit Sport-Coach zu mehr Flüchtlings-Integration

Mit einem Sport-Coach beschreitet die Stadt Rüsselsheim am Main neue Wege, um die Integration von Flüchtlingen zu fördern. „Die anspruchsvolle Aufgabe, den Kontakt zwischen Flüchtlingsinitiativen, Sportvereinen, Asylbetreuung und Flüchtlingen aufzubauen und alle Fäden zusammenzuhalten, ist enorm wichtig, damit Integration gelingt. Ich freue mich daher, dass wir mit Cirstin Caspary eine qualifizierte Mitarbeiterin für diesen neuen Bereich gewinnen konnten, die uns in diesem sehr spannenden und wichtigen Projekt unterstützt“, sagte Oberbürgermeister und Sportdezernent Patrick Burghardt anlässlich der Vorstellung im Rathaus. Caspary werde die Sportinteressen auf Seiten der Flüchtlinge erfragen und gemeinsam mit den Sportvereinen die Interessen und Möglichkeiten ausloten. Sie werde die Flüchtlinge anfangs begleiten und im ständigen Austausch mit den Vereinen stehen. „Sport verbindet Menschen, und es ist eine sehr niedrige Hürde, um Menschen zu integrieren“, unterstrich Burghardt.

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Die 43-jährige Cirstin Caspary war über 25 Jahre Mitglied der TG Rüsselsheim und auch beim Judo-Club aktiv. Bis 2013 war sie Lauf-Trainerin und im Bereich der individuellen Trainingsbetreuung in Nebentätigkeit engagiert. Von 2013 bis 2015 war Caspary Besitzerin eines Damen-Fitness-Studios. „Neben allem sportlichen Engagement hat sie als ehrenamtliche Helferin im Bereich Asyl bereits Erfahrungen in der Umsetzung von Sportangeboten mit Flüchtlingen. Cirstin Caspary ist deshalb hervorragend für die Tätigkeit eines Sport-Coaches geeignet. Sie überzeugte das Auswahl-Gremium vor allem mit ihren bisherigen Tätigkeiten im Bereich Sport“, erklärte Burghardt weiter. Vorausgegangen war der Entscheidung eine Informationsveranstaltung für die Rüsselsheimer Sportvereine zur Gewinnung eines Sport-Coaches in Zusammenarbeit der Stabsstelle Asyl, dem Sportbund Rüsselsheim, der Sportjugend Hessen und dem Fachbereich Sport und Ehrenamt der Stadt Rüsselsheim am Main. Unter mehreren Bewerbungen erfolgte dann die Auswahl durch die Stabsstelle Asyl, den Sportbund und den Fachbereich.

Möglich wird der Einsatz des Sport-Coaches durch ein Förderprogramm, das vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport aufgelegt wurde und in Zusammenarbeit mit der Sportjugend Hessen im Landessportbund abgewickelt wird. Eine Kommune kann in Relation zur Anzahl der bei ihr untergebrachten Flüchtlinge eine Förderung in Höhe von 5.000 bis 25.000 Euro erhalten. Rüsselsheim am Main erhält aus dem Programm „Sport und Flüchtlinge“ 20.000 Euro. Maßgeblich für die Höhe der Zuwendung ist die Anzahl der Flüchtlinge am Tag der Antragstellung. Im Gegenzug ist die Stadt verpflichtet, einen Sport-Coach gegenüber der Sportjugend Hessen und dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport zu benennen. Der Coach muss zudem an einer Fortbildung der Sportjugend Hessen teilnehmen. In Kraft getreten ist das Förderprogramm am 1. Januar 2016, es läuft bis zum 30. April 2017.

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